Was Sie zum Thema Sonnenschutz wissen sollten

Chefarzt Dr. Hans-Joachim Böhmer, Klinik für Dermatologie und Phlebologie, Katharinen-Hospital Unna, gibt Antworten zum Thema Sonnenschutz.

1. Warum ist Sonne für die Haut so gefährlich?

Weil das UV-Licht bis tief in die Haut eindringen kann und dabei die Zellkernschädigungen hervorruft, die letztendlich zu Hautkrebs führen können.

2. Wie hoch sollte der Sonnenschutz mindestens sein?

Das hängt vom Hauttyp ab. Bei relativ hellhäutigen Mitteleuropäern ca. LSF 15. In sonnenscheinreichen Urlaubsländern sollte man mindestens LSF 25 bis maximal 50 nutzen.

3. Wie wirken Sonnenschutzmittel?

Es gibt chemische und physikalische Elemente, die die Lichtenergie umwandeln. Die Sonnenschutzmittel sind in der Galenik (= der Grundlage) so aufgebaut, dass sie „Lücken“ auf der Haut (wo sonst Licht ungebremst eindringt) selbstständig auffüllen.

4. Worauf sollte man beim Sonnenbaden unbedingt achten?

Einreiben ca. 30 Minuten vor dem Sonnenkontakt. Alle Körperregionen sollten eingerieben werden – eher zu viel als zu wenig. Nach dem Baden oder Schwitzen unbedingt erneut einreiben. Dabei nicht den LSF ausreizen, sondern deutlich darunter bleiben!

5. Würde es helfen, die Haut vorzubräunen?

Nein! Selbstbräuner schaden nicht, helfen aber auch nicht!

6. Lohnt es sich, Geld in teure Produkte zu investieren?

Jein. Zumindest ist eine Allergiegefahr bei teuren Produkten seltener. Auch die sogenannte Mallorca-Akne tritt seltener auf.

7. Manche Sonnencremes versprechen gleichzeitig hautstraffende oder Anti-Aging-Wirkung. Bringt das etwas?

Es gibt gute Gesichtspflegeprodukte, in denen ein LSF (ca. 12-15) eingearbeitet ist. Ich halte dies für sinnvoll, sollten eh Gesichtspflegeprodukte angewandt werden, diese mit einem LSF zu kombinieren.

8. Was hilft gegen Sonnenbrand?

Vor allem kaltes Wasser zunächst und äußerlich dann Lotionen (keine fetthaltigen Salben! Sondern wasserreiche Lotionen). Eventuell den Arzt aufsuchen. Dann können auch entzündungshemmende Medikamente gegeben werden.

9. Viele finden leichte Bräune einfach schön. Kann ich eigentlich nur noch mit schlechtem Gewissen bräunen? Welche Kompromisse gibt es?

Leichte Bräune im Sommer durch Aufenthalt im Freien ist gut, gesund und ausreichend fürs Wohlbefinden. Aber Sonnenbaden sollte man vermeiden. Es ist auch schlecht, durch Solarienbesuche zu versuchen, die Bräune „über den Winter zu retten“. Letztlich passiert beim Sonnenbaden immer eine deutliche Steigerung des Hautkrebsrisikos und auch eine Zerstörung der elastischen Fasern der Haut, was zu einer Altershaut schon ab Mitte 40 führen kann.

10. Gibt es noch etwas, was Sie allen Sonnenanbetern mit auf den Weg in den Urlaub geben möchten?

Wer Familienmitglieder hat, die bereits Hautkrebs hatten, ist deutlich mehr gefährdet (Genetische Disposition). Kinder sollten vor allem mittags nicht in die pralle Sonne gehen. Jugendliche sollten auf keinen Fall in Solarien gehen. Und Achtung: Das mehrmalige Einreiben mit einem niedrigen LSF erhöht nicht den Lichtschutzfaktor.

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