Hypertensiologie

Bluthochdruck – Notfälle und Krisen vermeiden

Patienten mit Herzerkrankungen leiden sehr häufig an einer Störung: dem Bluthochdruck (Hypertonie). Mehrere hundert Notfälle pro Jahr in der Notfallambulanz des Katharinen-Hospitals sind Patienten mit so genannten hypertensiven Krisen – hierbei kann der Blutdruck auf hohe Werte (bis zu 200) ansteigen. Bei den ca. 25 Millionen in Deutschland lebenden Bluthochdruckpatienten ist eine medikamentöse Blutdruckeinstellung in manchen Fällen schwer zu gestalten. Häufige „Blutdrucknotfälle“, Arztbesuche und im schlimmsten Fall Folgeerkrankungen wie der Schlaganfall sind die Folge.

Bei Patienten mit kompliziertem Bluthochdruck liegen nach neueren Erkenntnissen  häufig so genannte sekundäre Ursachen zugrunde. Dies sind andere Erkrankungen, welche den Bluthochdruck auslösen oder verschlimmern. Die gute Entwicklung für Patienten: Diese Krankheitsbilder können häufig gezielt behandelt werden.

In der Kardiologie des Katharinen-Hospitals wurde vor diesem Hintergrund ein standardisiertes Konzept zur Blutdruckdiagnostik entwickelt. Hierdurch ist es möglich, bei Betroffenen die sekundären Ursachen des Bluthochdrucks festzustellen bzw. auszuschließen. Auf diese Weise können wir eine differenzierte Blutdruckdiagnostik mit dem Ziel einer erfolgreichen und individuellen Therapie bieten.

Nierengefäßverengung

Aufdehnung / Implatation einer Gefäßstütze

Aufgedehntes Gefäß

Nierenarterienstenose als Ursache des Bluthochdrucks 

Eine Ursache der Hypertonie können kritische Verengungen in den Nierenarterien (Nierenarterienstenosen) sein. Diese können mit Hilfe der Dopplersonographie festgestellt werden, da hierbei der Blutfluss am Abgang der Nierenarterie und in deren inneren Verlauf gemessen werden kann. Überdurchschnittlich häufig findet man die Nierenarterienstenose bei Patienten mit koronaren Herzerkrankungen und Hypertonie. Hierbei handelt es sich um eine, die Nierenarterie einengende Verkalkung. Eine Folge von hochgradigen Verengungen kann eine Blutdruckerhöhung und eine Verschlechterung der Nierenfunktion sein. Heute kennt man durch neue Studien auf diesem Gebiet klinische Faktoren für diese Erkrankung, welche eine Erkennung von Risikopatienten und eine weitergehende Diagnose gewährleisten. Eine Nierenarterienstenose kann im Katharinen-Hospital mit Hilfe der gezielten Ultraschalluntersuchung mit hoher Sicherheit diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden.

Im  Falle einer hochgradigen Nierenarterienstenose haben wir die Möglichkeit, bei schwer einstellbarem Bluthochdruck mit Hilfe eines Gefäßkatheters die Engstelle aufzuweiten. Diese Entlastung führt häufig zu einer Verbesserung des Blutdruckes (= weniger Medikamente, weniger Blutdruckentgleisungen) und kann auch eine positive Auswirkung auf die Nierenfunktion haben.

Das obtruktive Schlafapnoesyndrom und Bluthochdruck

Schnarchen und nächtliche Atempausen sind weit verbreitet. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS, zusätzliche Atempausen sogenannte Apnoen) als auch das nächtliche, schwerwiegende Schnarchen eigenständige Risikofaktoren sind, die ursächlich von Herz- und Gefäßerkrankungen herzuleiten sind. Das Schlafapnoesyndrom verursacht einen ständigen Sauerstoffmangel im Blut, was zu dauerhaftem Stress führt. Dieser hält auch tagsüber an. Das führt wiederum zur Blutdruckerhöhung aber auch zur erhöhten Herzinfarktgefahr. Eine Herstellung der normalen Schlafstruktur sowie eine Senkung des Blutdruckes als auch des Infarktrisikos ist mittels der nächtlichen Beatmung über eine Nasenmaske möglich. Eine konsequente, leitliniengerechte Hypertonieabklärung beinhaltet dementsprechend eine Schlafdiagnostik. In unserer Abteilung ist diese standardmäßig im Blutdruck-Screeningprogramm enthalten.

Weitere Ursachen

Darüber hinaus können hormonelle Störungen Ursachen von erhöhtem Blutdruck sein. Auch nach diesen Störungen wird mit speziellen Testverfahren gezielt gesucht.

Daher sind standardisierte Screeningsysteme gefragt, welche eine komplizierte Stufendiagnostik anwendbar machen. Wir im Katharinen-Hospital haben ein Screeningsytem für Blutdruckpatienten entwickelt, welches eine solche Diagnostik bis hin zum Bestätigungstest beinhaltet. So kann eine klare Diagnose gestellt werden.


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