Kompetenzzentrum für chirurgische Koloproktologie


Im Katharinen-Hospital Unna behandeln wir proktologische Krankheitsbilder. Diese Erkrankungen des Enddarms betreffen oft den After und den untersten Teil des Enddarms einschließlich des Schließmuskels. Die Erkrankungen können sehr schmerzhaft und belastend sein. Häufig sprechen Enddarmerkrankungen gut auf eine örtliche und medikamentöse Behandlung mit Zäpfchen und Salben an. In einigen Fällen ist eine Operation erforderlich.

Das chirurgische Team der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie/Unfallchirurgie des Katharinen-Hospitals hat im zertifizierten „Kompetenzzentrum Chirurgische Koloproktologie“ mit drei habilitierten Chirurgen allerbeste Voraussetzungen für die Behandlung der Patienten. Hämorrhoiden, Abszesse, Analvenenthrombosen, Analfisteln und Ekzeme am Anus werden hier behandelt. Zweites Standbein des Zentrums ist die wichtige Darmkrebschirurgie. Kolon (Dickdarm) sowie Rektum (Enddarm) werden in der Chirurgischen Klinik nach neuesten Methoden operiert. Hinzu kommt die chirurgische Behandlung der Divertikulitis und weiterer chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Auch Darmentleerungsstörungen gehören zum Behandlungsspektrum.

Um die individuelle, bestmögliche und schonende OP-Methode für die Patientendiese herauszufinden, ist für uns der enge Austausch mit den niedergelassenen Kollegen sowie den Patienten direkt entscheidend wichtig.

Erkrankungen


  • Ein besonderer Schwerpunkt der Koloproktologie ist die Krebschirurgie des Kolons und des Rektums sowie die spezielle Behandlung des Analkarzinoms. Eine ausführliche Beratung ist im Vorfeld der Behandlung zentral wichtig. Darmkrebs zeigt bei Betroffenen zunächst kaum Symptome. Oft wird der Tumor bei einer Darmkrebsvorsorge entdeckt oder bei anhaltender körperlicher Schwäche, analer Blutung oder bei Darmentleerungsstörungen.

    Bei Darmkrebs ist in der Regel eine Operation notwendig. Dabei werden der Tumor und befallene Lymphknoten entfernt oder behandelt. Die gesunden Darmenden werden wieder verbunden (Anastomose).


  • Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Es handelt sich dabei um Polster, die aus Blutgefäßen bestehen und den unteren Teil des Enddarms von innen auskleiden. Sie unterstützen den Schließmuskel in seiner Funktion. Leidet man unter Hämorrhoiden, ist oft eine entzündliche Schwellung und Vergrößerung dieser Polster entstanden. Die typischen Beschwerden sind Blutungen, Juckreiz und Schmerzen. Bei sehr starker Vergrößerung können Hämorrhoiden auch nach außen vor den After vorfallen (sog. Prolaps).

    Die Symptome lassen sich im frühem Stadium und kurzfristig mit Diät, Salben, Zäpfchen und Sitzbädern gut behandeln. Langfristig können mäßig vergrößerte Hämorrhoiden verödet oder mit einer Gummibandligatur behandelt werden. Operativ werden stark vergrößerte und vorfallende Hämorrhoiden versorgt. Moderne OP-Techniken und eine begleitende Schmerztherapie haben dem Eingriff den Schrecken genommen.


  • Analabszesse sind eitrige Entzündungen um den After. Sie liegen häufig dicht unter der Haut. Dann ist eine entzündliche Schwellung neben dem After tast- u. sichtbar, die sehr schmerzhaft ist. Oft werden die Abszesse durch Fisteln verursacht. Dabei handelt es sich um kleine Gänge, die die Haut und das Fettgewebe um den After betreffen können, aber auch bis in den Darm reichen können. Sie müssen in einer Kurznarkose eröffnet und ausgeschnitten werden.

    Es folgt eine Wundbehandlung mit regelmäßigem Ausduschen der Wunde, bis sie von innen nach außen geheilt ist. Die Behandlung von Analfisteln erfordert viel Erfahrung, da häufig der Schließmuskel mit betroffen ist. Ohne Operation heilen sie nur selten ab.
    Analfissur


  • Eine Fissur ist ein Schleimhauteinriss am After. Sie ist oft Folge von hartem Stuhl und führt zu starken Schmerzen und Blutabgängen beim Stuhlgang. Heilt eine frische Fissur nicht richtig aus, kann sie chronisch werden und zu dauerhaften Beschwerden führen. 

    Als Reflex auf den Schmerz kommt es zu einer Anspannung des Schließmuskels, wodurch die Beschwerden verstärkt werden. Die Therapie reicht von einer Spezialsalbe zur Schließmuskelentspannung bis zur Behandlung mit sog. Analdehnen. Der Stuhlgang sollte weich gehalten werden. Wird eine Fissur chronisch, ist eine Operation erforderlich.


  • Darunter fallen die Erkrankungen, die dazu führen, dass man  den Stuhl nicht halten oder den Stuhlgang trotz Drangs nicht komplett entleeren kann. Die Ursachen für diese Erkrankungen sind komplex. Wenn der Schließmuskel seine Funktion nicht mehr regelrecht erfüllt, kann daraus ein Unvermögen resultieren, dünnflüssigen oder festen Stuhl zu halten. Diese Schwäche kann Folge von Geburten mit Dammschnitt, einer Beckenbodenschwäche, Entzündungen oder Unfallverletzungen sein.
    Die Patienten leiden unter ungewolltem Stuhlgang, sowie Jucken, Brennen, Nässen im Afterbereich. Andererseits können Beckenbodenveränderungen auch Ursache für Verstopfung und Völlegefühl sein. Dauerhaft kommt es zu einer starken Beeinträchtigung des gesellschaftlichen Lebens. Bei Schließmuskelschwäche gibt es Möglichkeiten des Trainings (Beckenbodengymnastik, Biofeedback, Elektrostimulation, künstlicher Schließmuskel). Liegt eine organische Ursache wie z. B. ein Vorfall des Enddarms vor, so ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Da es sich bei dieser Erkrankung um ein komplexes Krankheitsbild handelt, erfolgt die Abklärung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes.