Manchester Triage System MTS

In der Notaufnahme des Katharinen-Hospitals Unna sind wir selbstverständlich bemüht, uns so schnell wie möglich um alle Patientinnen und Patienten zu kümmern und diese möglichst umgehend einem Arzt der entsprechenden Fachabteilung zuzuführen. Patienten in Lebensgefahr und mit besonders akut zu versorgenden Erkrankungen müssen hierbei immer zuerst versorgt werden. Um den Patientenfluss in der Notaufnahme sinnvoll zu steuern, greifen wir auf das "Manchester Triage System", kurz MTS, zurück.

Ablauf
Nach dem Eintreffen der Patienten in der Notaufnahme suchen speziell dafür geschulte Mitarbeiter das Gespräch mit ihnen, um sich ein Bild von der aktuellen gesundheitlichen Situation zu machen. Auch erste Voruntersuchungen (z.B. EKG, Messung der Vitalparameter) erfolgen kurzfristig, ebenso wie das Anlegen von Verbänden und Schienen. Für alle weiteren Schritte unterstützt uns das MTS. Es beinhaltet die Einschätzung des Schweregrades der jeweiligen Erkrankung. Daraus leiten sich farblich unterschiedliche Kategorien ab, die wiederum die Dringlichkeit des Arztkontaktes optisch deutlich machen.

Behandlungsreihenfolge nach Dringlichkeit
Diese Farben nutzen wir innerhalb des MTS intern zur Strukturierung:

  • Rot (absolute Lebensgefahr) > Arztkontakt muss sofort erfolgen
  • Orange > Arztkontakt sollte sehr dringend erfolgen
  • Gelb > Arztkontakt sollte dringend erfolgen
  • Grün > Arztkontakt sollte im normalen Zeitrahmen erfolgen
  • Blau > Arztkontakt ist nicht dringend

Die Kategorisierung legt die Reihenfolge fest, in der wir die Patienten behandeln und sie dem diensthabenden Arzt der jeweiligen Fachabteilung  zuführen.

Wir wenden das MTS sowohl für die Patienten an, die selbstständig notfallmäßig zu uns kommen, als auch für diejenigen, die vom Rettungsdienst gebracht werden.  Das MTS ist ein Instrument im Bereich des Risikomanagements.

Zuerst: Patienten in Lebensgefahr
Wenn in der Notaufnahme Patienten mit akut lebensbedrohlichen Erkrankungen eintreffen, müssen wir diese sofort – vor allen anderen – behandeln. In den meisten Fällen werden diese Patienten mit dem Rettungsdienst gebracht.  Die Einfahrt für die Fahrzeuge des Rettungsdienstes ist vom Wartebereich aus allerdings nicht zu sehen. Daher kommt es bei den dort Wartenden manchmal zu Irritationen. Um das zu vermeiden, versuchen wir, die Patienten im Wartebereich zu informieren, falls diese Situation eintrifft.

Wartezeiten
Es kommt dann zu Wartezeiten, wenn ein anderer Patient schwerer erkrankt oder verletzt ist und zuerst behandelt werden muss. Diese ganz akuten Notfälle sind nicht planbar, so dass die Abläufe in der Notaufnahme darauf angepasst werden müssen. Wir bitten Sie dafür um Verständnis. Auch wenn ein Facharzt benötigt wird, der aktuell noch in einer dinglicheren Behandlung ist, lässt sich eine Wartezeit leider nicht vermeiden.

Wir tun, was wir können
Uns ist bewusst, dass Patienten mit einem Leiden zu uns in die Notfallaufnahme kommen, das für sie dringlich ist. Wir behandeln alle uns anvertrauten Patienten nach bestem Wissen und Gewissen und tun wirklich alles für Sie. Dennoch haben wir keine unendlichen Ressourcen. Und: Auch wir haben Emotionen und nur zwei Arme und zwei Beine und können nicht überall gleichzeitig sein – selbst wenn wir es gerne würden.